Werner Weiß:  "Natur-Tagebuch Teil II
Umgebung von Frankfurt Oder)"                                        


Werner Weiß, Jahrgang 1940, lebt in Frankfurt (Oder) und war von 1962 bis 1975 Lehrer für Biologie in Booßen, später bis zu seiner Pensionierung im Landesumweltamt tätig.
In seinem ersten Natur-Tagebuch beschreibt er naturkundlich interessante Gebiete auf dem Territorium der Stadt Frankfurt (Oder).
Im Natur-Tagebuch Teil II schildert Werner Weiß detailliert und fachkundig seine Naturbeobachtungen in der Umgebung von Frankfurt (Oder) und illustriert diese wiederum durch zahlreiche Fotos.
Dabei kamen ihm neben dem fachlichen Wissen seine fundierte
Gebietskenntnis, die Erfahrung aus 40-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit im Naturschutz und die langjährige Praxis auf dem Gebiet der Naturfotografie zugute.

Natur-Tagebuch Teil I: Frankfurt (Oder)

Natur-Tagebuch Teil IIII: Im Oderland


Werner Weiß
Foto: privat

Naturtagebuch Umgebung von Frankfurt (Oder)



Werner Weiß: Natur-Tagebuch Teil II: Umgebung von Frankfurt (Oder). Format 21 x 29,7 cm, Festeinband, 200 Seiten mit ca. 600 farbigen Naturfotos und einer Karte der Beobachtungsgebiete
ISBN 978-3-939960-09-6Preis: 19,80 Euro
aus dem Inhalt
Presseecho
Ökospeicher Wulkow




"Viele Male bin ich unterwegs gewesen, ausgerüstet mit Fernglas, Notizheft und Fotoapparat. Von diesen Exkursionen habe ich zahllose Beobachtungen und Fotos mitgebracht. Angereichert mit fachlichen Informationen, Zusammenhängen und Empfehlungen für eigene Beobachtungen und Tätigkeiten zum Schutz der heimatlichen Natur füllen sie das Buch.
Der Untertitel "Umgebung von Frankfurt (Oder)" ist wörtlich zu nehmen. Keines der Exkursionsziele ist weiter als zehn Kilometer (Luftlinie) von der Frankfurter Stadtgrenze entfernt. Die vorgestellten Gebiete liegen damit "vor der Haustür" der Frankfurter Naturfreunde. In sechs Kapiteln wird ein Einblick in die Vielgestaltigkeit, den Artenreichtum und die Schönheit der Landschaft in der unmittelbaren Umgebung von Frankfurt (Oder) vermittelt. Es ist nicht mein Ziel, die genannten Gebiete zu beschreiben. Dies überstiege bei weitem meine Möglichkeiten. Bildlich gesprochen, habe ich aus dem großen "Kuchen" der Natur wieder einige "Rosinen" herausgepickt."
Werner Weiß





aus dem Inhalt

Von Frankfurt (Oder) nach Lebus
Schleiereulen und Waldohreulen – Eine Wanderung durch Lebus

Im südlichen Oderbruch
Rehe und Feldhasen – Goldregenpfeifer – Grauammern – Schwarzstörche – Mäusebussarde – Weiden und Pappeln und ihre Bewohner

Die Oderhängen zwischen Lebus und Libbenichen
Im Naturschutzgebiet "Oderberge" bei Lebus – Im Revier des Wiedehopfes – Die Priesterschlucht bei Podelzig – der Zeisigberg bei Wuhden – Die Oderhänge bei Mallnow – Küchenschellen und Ölkäfer – Schwarzwurzel, Fahnenwicke und Orchideen – Ein wildkrautreicher Roggenacker – Mäuse-Geschichten – Am Grenzberg bei Libbenichen – Ein heimlicher Bewohner der Uferzone

Auf der Lebuser Hochfläche
Zwischen Wüste Kunersdorf, Schönfließ und Mallnow – An einem Bibersee – Am Brutplatz des Triels – Ein Feldweg von Wulkow nach Treplin – Bei den Rohrweihen – Am Madlitzer und Petersdorfer See – Die Ackerlandschaft zwischen Petersdorf und Jacobsdorf – Im Schlosspark von Wulkow – Im Reich der Zwergrohrdommel – Die Dubrower Heide

Im Raum Müllrose
Ein Moor im Schlaubetal – Am Oder-Spree-Kanal – Auf schleimiger Spur: Schnecken – Von Groß Lindow nach Hammerfort – Von Schlaubehammer nach Kaisermühl – Dachs-Geschichten – Die Kreiselwespe Ammophila

Die Ziltendorfer Niederung
Die Wildkrautflora auf den Feldern – Auf dem Oderdeich – Mücken, die nicht stechen – Lebensraum Feuchtgrünland – Ein Jahr in der Ziltendorfer Niederung – Erlebnisse mit Graureihern – Der Hausrotschwanz – Schwalben-Geschichten

Eine Wanderung durch Lebus
Eine Entdeckung besonderer Art ist der Amtsgarten von Lebus. Unter den Bäumen im Park befinden sich eine Rotblühende Rosskastanie und eine Ess-Kastanie. Am Teich stehen zwei junge Urwelt-Mammutbäume.
Dieser Baum galt zunächst als längst ausgestorben. Im Jahre 1941 wurden in einer entlegenen Bergregion in China lebende Urwelt-Mammutbäume gefunden. Die Entdeckung war eine wissenschaftliche Sensation. Kaum zu glauben, dass sich ein über 30 Meter hoch wachsender Baum so lange vor der Wissenschaft verbergen konnte.
Der Baum gelangte bald nach Europa und wird hier nicht selten in Parks und Gärten gepflanzt. Es ist ein Nadelbaum mit auffallend weichen Nadeln. Diese sind von hellgrüner Farbe und fallen im Herbst ab.
Der Literatur entnahm ich, dass fossile Funde des Urwelt-Mammutbaumes u. a. aus Grönland und Spitzbergen bekannt sind. In der heute von Eis und Schnee geprägten Arktis wuchsen einst grüne Wälder. Das war im Alt-Tertiär, einer Zeit, von der uns etwa 50 Millionen Jahre trennen.
Blatt des Mammutbaumes

Mäusebussarde im Oderbruch
Der Horst des Mäusebussards wird aus Knüppeln und Zweigen errichtet. Gern haben die Bussarde in ihrem Revier mehrere Horste. Alle werden im Frühjahr inspiziert, nach welchen Gesichtspunkten schließlich einer der Horste zur Brut ausgewählt wird, weiß nur der Bussard selbst.
Für die Bebrütung der Eier sind beide Altvögel zuständig. Es herrscht also eine "ordentliche" Arbeitsteilung.
Junge Mäusebussarde bleiben lange auf die Fürsorge der Eltern angewiesen. Zunächst verweilt stets einer der Altvögel am Horst. Er wärmt die Jungen und schützt sie vor Regen, aber auch vor Hitze. Die Beutetiere, die der Partner zum Horst bringt, müssen in kleine "mundgerechte" Häppchen zerteilt und mit dem Schnabel den Jungen gereicht werden.
Der Mäusebussard bleibt im Winter hier und spart sich die anstrengende und von mancherlei Gefahren begleitete Reise in südlichere Gefilde. Die Mäuse auf den Feldern sind ja auch im Winter aktiv und als Beutetiere verfügbar. Problematisch wird es, wenn reichlich Schnee fällt und die weiße Pracht wochenlang liegen bleibt. Dann graben die Mäuse ihre Gänge unter der Schneedecke und sind auch für scharfäugige Greifvögel unerreichbar.
Portät eines Bussards

Küchenschellen
Die Pflanze mit den dunkel-violetten, glockenförmig herabhängenden Blüten ist nur wenige Zentimeter hoch. Der Name "Küchenschelle" ist wohl von "Kuhglocke" abgeleitet und nimmt Bezug auf die glockenförmig herab hängenden Blüten.
Die silbergraue Behaarung von Spross, Blättern und Blüten stellt einen Verdunstungsschutz dar. Die Haare reflektieren die Sonnenstrahlen und verringern eine Erwärmung der Pflanze.
Die Samen der Küchenschelle werden durch den Wind verbreitet. An diese Form der Samenverbreitung ist die Pflanze in bemerkenswerter Weise angepasst. Während der Blütezeit ist sie kaum zehn Zentimeter hoch, und die Blüten hängen nach unten.
Aber zur Zeit der Samenreife wächst die Pflanze noch einmal in die Länge. Sie wird dann bis zu fünfzig Zentimeter hoch. Dabei richtet sich der obere Teil der Sprossachse auf, so dass sich die mit einem langen gefiederten Anhang versehenen Samen dem Wind entgegen strecken.
Küchenschellen

Im Reich der Zwergrohrdommel
Am Hohenjesarschen See beobachtete ich Wasservögel. Einige Kinder kamen vorbei und erzählten mir von einem "komischen" Vogel, den sie gerade "da hinten im Schilf" gesehen hätten. Der Vogel war sehr dünn und stachelig. Er konnte nicht fliegen, aber plötzlich war er verschwunden. Ich watete an der angezeigten Stelle vorsichtig ins flache Wasser hinein. Die dicht stehenden Pflanzen waren kein Schilf, sondern Schmalblättriger Rohrkolben. Der merkwürdige Vogel blieb verschwunden, aber dort hing zwischen mehreren Typha-Stängeln, etwa einen halben Meter über dem knietiefen Wasser, ein ziemlich herunter getretenes, nicht sehr großes Nest. Ich vermutete einen Brutplatz der Zwergrohrdommel. Die Zwergrohrdommel ist ein Reihervogel und in unserer Heimat der kleinste Vertreter dieser Vogelfamilie. Sie ist nur etwa taubengroß, hat aber einen langen Hals, einen langen Schnabel und lange Beine.
Das Weibchen wendet mit dem langen Schnabel die Eier
Der "komische" Vogel, eine junge Zwergrohrdomme

Graureiher

Graureiher gehören zu den ständigen Bewohnern der Ziltendorfer Niederung. Sie verweilen auf den Buhnen am Oderufer, sitzen auf hohen Bäumen im Vorland und stehen auf den Feldern und Weideflächen. Zur Nahrungssuche verharren die Vögel unbeweglich längere Zeit an einem Platz oder sie schreiten ganz langsam vorwärts. Kommt ein Beutetier in die Nähe, dann schießt der Hals nach vorn und der lange Schnabel packt zielsicher zu. Beutetiere, egal ob Fisch, Frosch, Maus oder Insekt, werden sofort unzerteilt verschluckt.
Aber wo befinden sich die Brutplätze der großen Vögel? Ihre Nester errichten sie in Deutschland fast ausschließlich auf hohen Bäumen. Mitunter stehen dann fünfzig oder gar hundert Nester nahe beieinander. Reiher sind Koloniebrüter. Die Nester werden aus Ästen und Zweigen gebaut. Manchmal erscheinen sie im Vergleich zur Größe der Vögel erstaunlich klein. Die Brutplätze werden, wenn die Reiher ungestört bleiben, jahrzehntelang beibehalten.
Graureiher auf einer Buhne am Oderufer

Hausrotschwanz
Die jungen Rotschwänzchne waren stets hungrig. Sie verhielten sich aber völlig still, so lange kein Altvogel in Sicht war. Erst dann ertönten ihre Bettelrufe für einige Sekunden, danach wurde es wieder still. Dieses Verhalten ist eine vielleicht lebensrettende Vorsichtsmaßnahme, denn nicht alle Neststandorte sind so sicher, wie der Platz auf dem Balken im Schuppen.
Die Fütterung geschah schnell, indem der Altvogel die mitgebrachten Insekten einem Jungvogel in den Schnabel stopfte. Dieser schluckte kurz und riss seinen Schnabel sofort wieder auf. Seine Geschwister hatten auch noch nicht bemerkt, dass kein Futter mehr zu erwarten war.
Bei der Betrachtung des Fotos denke ich an einen Chor, vor dem sich der Dirigent aufgebaut hat.
Junge Rotschwänzchen bei der Fütterung

Schwalbengeschichten
Stets brüteten in den Stallungen unseres Gehöfts Schwalben. Sie hatten sich an die Menschen gewöhnt und ließen sich leicht beobachten.
Einmal gab es ein Problem. Die Schwalben hatten durch ein kleines, im Sommer bei Tag und Nacht geöffnetes Fenster den Weg in den Flur gefunden und begonnen, auf dem Lampenschirm ein Nest zu bauen. Als wir es bemerkten, war der Bau schon weit fortgeschritten. Wir beschlossen, die Vögel gewähren zu lassen.
Während der Brut störten uns die neuen Mitbewohner kaum. Aber dann waren die Jungen da, und sie verhielten sich artgemäß, das heißt, sie fraßen viel und sie reckten auch oft ihr Hinterteil über den Nestrand und ließen etwas fallen. Unter der Lampe breiteten wir eine Zeitung aus und wechselten sie täglich. Kein Problem.
Unsere Familie pflegte das Abendessen im Wohnzimmer einzunehmen. Also stellten wir allabendlich Geschirr, Speisen und Getränke auf ein großes Tablett, das dann von der Küche durch den Flur ins Wohnzimmer getragen wurde. Der Flur war so schmal, dass der Tablettträger dem "Bombenabwurfplatz" unter der Lampe nicht ausweichen konnte. So blieb jeden Abend die spannende Frage, ob Brot und Butter ohne "Verzierung" die Stube erreichen würden. Aber alles ging gut.
Die jungen Schwalben wuchsen schnell heran und flogen aus. Als sie auch zur Nachtruhe nicht mehr in das Nest zurückkehrten, schlossen wir das Fenster zum Flur, entfernten das Nest und versetzten die Lampe wieder in ihren ursprünglichen Zustand. Im folgenden Frühling blieb der Flur für die Schwalben gesperrt.
Junge Schwalben im Nest




Presseecho


Von Lebuser Eulen und wertvoller Brache
Mit einem erfahrenen Naturkenner und Pädagogen die heimatliche Natur zu durchstreifen, bekanntes auf neue Weise zu sehen - das macht den Reiz des "Natur-Tagebuches" von Werner Weiß aus ... Es gibt Geschichten von Lebuser Eulen und Schwarzstörchen im Oderbruch. Flora und Fauna werden ebenso genau beschrieben wie die Örtlichkeiten ... weiterlesen
Märkische Oderzeitung vom 9.12.2009


Schatz bewahren
... Das besondere des neuen Werkes: Es beschreibt im Gegensatz zu anderen Naturführern und Naturbildbänden nicht ferne Gebiete in Afrika oder Ozeanien, sondern die direkte Umgbung von Frankfurt (Oder) ... "An den Oderhängen zwischen Lebus und Libbenichen", im Raum Müllrose" und "In der Ziltendorfer Niederung.
Mit über 600 brillanten Farbfotos und detailierten Beschreibungen wecken die Aufzeichnungen von Werner Weiß Lust, selbst in die nahe Umgebung zu Entdeckungen aufzubrechen ... weiterlesen
Oderlandspiegel vom 13.12.2009


Natur schreibt "Tagebuch"
... Was Werner Weiß über 40 jahre an Fakten und Beobachtungen zusammengetragen hat ... ist ein sehr liebevolle Blick auf die Natur und deren Veränderungen unmittelbar vor unserer Haustür ... 1968 schießt Werber Weiß nahe der heutigen Erdgasverdichterstation die wohl letzten Fotos eines mittlerweile ausgestorbenen putzigen Vogels: des Triels ... weiterlesen
Märkischer Sonntag vom 13.12.2009


Naturschützer aus Passion seit über vier Jahrzehnten
Zweites Naturtagebuch von Werner Weiß vom Ökospeicher-Verein herausgegeben ... weiterlesen
Blickpunkt vom 5.12.2009








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