Germaine Adelt  „Unaufhaltsam“                                    



Germaine Adelt, geboren 1962 in Berlin, lebt heute in Häslach bei Tübingen. Hebamme und Schriftpsychologin. Schreibt von braven Hunden und Betrunkenen, die schlagartig nüchtern werden. Von kitschigen Kaufhausmusiken, bis hin zu betörenden Männerstimmen. Von Ritualen und Sternenglitzern. Von Versuchskaninchen und großen Brüdern. Geschichten aus dem Leben, die man lesen sollte, wenn man fürs Leben gewappnet sein will.
Germaine Adelt



Unaufhaltsam, Gedichte von Germaine Adelt

In ihrem Buch "Unaufhaltsam"
Gedichte von Germaine Adelt


Germaine Adelt: Unaufhalsam. Lyrik. Format 11 x 18 cm,
Paperback, 52 Seiten
ISBN 978-3-9809931-9-7 Preis: 7,50 Euro




Leseprobe


Wenn die Taube fliegt

Wenn die Taube fliegt in meinen Träumen
Durch die kristallklare Nacht

Wenn am Strand die raue See
Meine unendliche Trauer bewacht

Wenn alle Uhren stehen bleiben
Bis an die Grenzen des Sein

Werde ich deine Stimme wieder hören
Und bin dann nicht mehr allein

Doch unaufhaltsam geht alles weiter
Und alle sagen, man hört sie niemals mehr

Ich aber will das Unmögliche wagen
Und meine Hoffnung glaubt an deine Wiederkehr

Bis an das Vergessen will ich das Rätsel lösen
Welches sich nicht lösen lässt

Denn nur die Zeit weiß wann der Klang
Deiner Stimme wieder zu hören ist



Heute Nacht

Zärtlich hast du mich geküsst
Heute Nacht in meinem Traum
Ich bin oft so traurig aber
Heute nacht war ich es nicht
In der Stille die mich umgibt
Verzehre ich mich nach dir
Und warte voller Zuversicht
Auf deine Wiederkehr


Wo warst du

Wo warst du in all den Jahren
In denen ich dich gebraucht
Deinen Rat, Deinen Trost
Und deine Wärme auch

Was willst du nach all den Jahren
Und redest von Familienpflicht
So wie du mich einst nicht brauchen
Konntest, brauche ich dich nicht



Lebenslauf

Mit zehn wollen wir die Welt entdecken
Mit fünfzehn dann sie mutig retten
Mit zwanzig sie für uns erobern
Mit dreißig erkennen wir dann
Dass man sie allein nicht retten kann

Mit vierzig beneiden wir vermutlich
Die, die einst so jung gestorben
Bevor sie ihre Ideale verloren
Mit fünfzig wird uns vielleicht klar
Dass früher alles leichter war

Doch alles ist nur Theorie
Wir wissen es noch nicht
Erst am Ende steht die Biografie
Bis dahin bleibt die Zuversicht

Holen wir uns unsere Träume wieder
Und legen alle Bedenken nieder
Noch einmal voller Ideale sein
Wenn es sein muss, dann eben allein



Zeitlos

Du verzauberst mich
Machst mich zur Königin
In dieser Zeit der Klagen

Schlaflos erwarte ich dich
In meinen Träumen und
Streune ich zwischen den Tagen

Ich folge dir, bereit
Inmitten der Erinnerung
Dein Vergessen zu teilen

Und im Laufe der Zeit
Werden wir für immer auf den
Verlorenen Wegen verweilen



© 2006 Germaine Adelt